Ist Infrarot gleich Induktion? Es gibt Infrarotkochfelder und Induktionskochfelder, beide machen aus Elektrizität Wärme, bei beiden sind Spiralen im Spiel, beide fangen mit „In-“ an, da kann man schon einmal auf den Gedanken kommen, dass Induktion und Infrarot das Gleiche sind. Aber wir wollen keine unnötige Spannung aufbauen. Denn auch wenn Induktion und Infrarot ein paar Gemeinsamkeiten aufweisen, so sind sie doch nicht gleich. In diesem Beitrag erklären wir Dir die Unterschiede.
So funktioniert Kochen mit Infrarot

Infrarotkochfelder sind auch als Cerankochfelder bekannt. Ceran ist jedoch nur der Markenname eines deutschen Herstellers. Korrekterweise müsste man sie Glaskeramikkochfelder nennen. Die Glaskeramik, aus der die Kochplatten bestehen, besitzt eine niedrige Wärmeleitfähigkeit. Dadurch erhitzen sich die an das Kochfeld angrenzenden Bereiche kaum. Die Glaskeramik lässt aber andererseits die infrarote Wärmestrahlung, die von den Heizspiralen unter ihr erzeugt wird, im ausreichenden Maß passieren, so dass Pfannen und Töpfe samt Inhalt erhitzt werden können. Die Heizspiralen sind elektrische Leiter mit einem relativ hohen Widerstand. Bei hohem Strom erhitzen sich die Spiralen und geben Wärme in Form von Infrarotstrahlung ab.
So funktioniert Kochen mit Induktion

Auch ein Induktionskochfeld besitzt meistens eine Glaskeramikplatte. Darin gleicht es einem Infrarotkochfeld. Die Spirale unter dem Kochfeld ist allerdings eine eng gewickelte, von einem Hochfrequenzstrom durchflossene Spule aus Kupferdraht. Solche Spulen erzeugen ein magnetisches Wechselfeld, mit dem Energie durch die Kochplatte hindurch in den Topf- oder Pfannenboden übertragen wird. Diese Energie wird aufgrund von induzierten Wirbelströmen und damit einhergehenden Ummagnetisierungsverlusten in Wärme übertragen. Damit dies effizient geschieht, sind einige Anforderungen an das Kochgeschirr zu stellen.
- Das Material des Topf- oder Pfannenbodens muss einen deutlich höheren elektrischen Widerstand aufweisen als das Kupfer in der Induktionsspule.
- Das Material sollte ferromagnetisch sein, d.h. ein normaler Magnet sollte an ihm haften bleiben.
- Damit die Wärme gut verteilt wird, darf der Boden auch gern etwas dicker sein.
Diese Anforderungen werden von Eisenlegierungen erfüllt. Induktionstaugliches Kochgeschirr kannst Du an einem Symbol (Drahtwendel einer Spule in einem Quadrat) erkennen. Aber das Symbol allein garantiert nicht, dass das Geschirr auf jedem Kochfeld gleichermaßen funktioniert. Sicherheit gibt es nur durch einen Praxistest. Theoretisch wird die Glaskeramikkochplatte nicht erhitzt, aber in der Praxis kommt es selbstverständlich durch den Kontakt mit dem Boden des Kochgeschirrs zu einer Rückübertragung von Wärme.
Infrarot und Induktion im Performance-Vergleich
Infrarot ist eine bewährte Technologie, Induktion ist eine neuere Technologie, die aber immer beliebter wird. Eigentlich ist es gar nicht so wichtig, wie eine Technologie funktioniert. Wichtig ist nur das Ergebnis. Hier performen Induktion und Infrarot in einigen Punkten fast gleich, aber trotzdem hat eine der beiden Technologien am Ende des Tages die Nase leicht vorn.
Vorteile und Nachteile von Infrarot
Aufgrund der etwas einfacheren Funktionsweise lassen sich Vor- und Nachteile von Infrarotkochfeldern relativ gut daraus ableiten.
- Infrarotkochfelder sind günstiger in der Anschaffung.
- Nach dem Ausschalten kann Restwärme zum Warmhalten genutzt werden.
- Jegliches Kochgeschirr kann verwendet werden.
- Die glatte Glaskeramik-Oberfläche ist pflegeleicht.
- Die Technik ist etwas ineffizienter, was zu einem höheren Energieverbrauch führt.
- Überkochende heiße Flüssigkeiten können einbrennen.
- Das heiße Kochfeld kann eine Verbrennungsgefahr bedeuten.
Vorteile und Nachteile von Induktion
Es gibt einen Sicherheitsaspekt, der bei einem Induktionskochfeld hervorgehoben werden muss. Wenn der Hauptschalter eingeschaltet bleibt, dann schalten die meisten Induktionskochfelder das Erregerfeld automatisch aus, wenn kein Topf oder ein ungeeigneter Topf auf dem Kochfeld platziert ist. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass sich die Elektronik von einem metallischen Gegenstand täuschen lässt. Wenn beispielsweise eine Eisenplatte auf dem Feld liegt, kann diese extrem heiß werden. Ansonsten lassen sich Vor- und Nachteile der Induktion wie folgt zusammenfassen.
- Die Kochfelder bleiben relativ kühl.
- Die Energieübertragung ist sehr effizient. Kochgeschirr samt Inhalt heizt sich superschnell „von jetzt auf gleich“ auf.
- Die Temperaturregelung spricht gleichfalls superschnell an.
- Der Energieverbrauch ist geringer.
- Überkochende Flüssigkeiten brennen nicht so schnell ein.
- Die glatte Glaskeramik-Oberfläche ist pflegeleicht.
- Es wird spezielles Kochgeschirr benötigt. Meist muss auf die Empfehlungen des Herstellers Rücksicht genommen werden.
- Induktionskochfelder sind teurer.
- Besonderes Augenmerk auf die Sicherheit ist notwendig, wenn Eisengegenstände auf dem Kochfeld abgelegt werden.
Was ist besser – Induktion oder Infrarot?
Selbstverständlich ist der günstigere Preis immer ein Argument für die Infrarot-Technologie. Aber angesichts der hohen Energiepreise und des günstigen Verbrauchs der Induktions-Technologie wird sich diese schon nach überschaubarer Zeit amortisieren. Da sich die Preise für neue Technologien ohnehin nach einiger Zeit noch nach unten entwickeln werden, kann es sogar sein, dass Infrarot und Induktion irgendwann in der Anschaffung gleich teuer sein werden. Dann bleibt nur die Einschränkung, dass altes Kochgeschirr nicht weiter verwendet werden kann, aber das sollte verkraftbar sein.
