Schwört Deine Oma auch auf Infrarot bei Nasennebenhöhlenentzündung, Erkältung, Schnupfen, Husten und Co.? Wärme ist gut, das ist ein altbekanntes Motto. Aber bei manchen Alltagsweisheiten handelt es sich auch nur um Mythen. Wir beleuchten das Thema Infrarot bei Nasennebenhöhlenentzündung etwas genauer und gehen der Frage auf den Grund, ob es sich hierbei tatsächlich um eine sinnvolle Therapie handelt.
Nasennebenhöhlenentzündung kurz erklärt
Eine Nasennebenhöhlenentzündung kommt normalerweise nicht aus dem Nichts, sondern hat eine Vorgeschichte. Üblicherweise ist der Ausgangspunkt häufig eine Erkältung beziehungsweise ein grippaler Infekt. Darunter versteht man eine durch Krankheitserreger erzeugte Entzündung der oberen Atemwege. Dies geht mit verschiedenen Symptomen einher, beispielsweise Husten, Heiserkeit, manchmal leichtes Fieber, Kopf- oder Ohrenschmerzen und Schnupfen. Schnupfen wird meist von einer Nasenschleimhautzündung (Rhinitis) begleitet. Ein Übergreifen auf die Nasennebenhöhlen führt zur Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis). Meist liegen beide Entzündungen gleichzeitig vor (Rhino-Sinusitis). Eine Nasennebenhöhlenentzündung kann auch ohne vorhergehende Erkältung entstehen und ihrerseits eine Nasenschleimhautentzündung hervorrufen.
Diese Beschwerden machen eine Nasennebenhöhlenentzündung unangenehm
Kein einfacher Schnupfen mehr, aber auch noch keine ausgewachsene Grippe. Trotzdem sind Spannungsschmerzen im Gesicht, eine erschwerte Atmung, Kopfschmerzen, die verstopfte Nase und Ohrenschmerzen Symptome, die in Kombination mit den angeschwollenen Nebenhöhlen das Wohlbefinden schwer einschränken können. Da wäre es doch gut, auf ein altes Hausmittel wie Omas Infrarotlampe zurückgreifen zu können, um der Nasennebenhöhlenentzündung den Garaus zu machen.

So soll Infrarot bei Nasennebenhöhlenentzündung wirken
Weil sich bei Erkältungen und Co. die Symptome und die Krankheiten nicht so scharf trennen lassen, verhält es sich mit der Infrarot-Therapie bei Nasennebenhöhlenentzündungen genauso wie mit der Anwendung bei Schnupfen. Die Infrarotstrahlung der Rotlichtlampe erwärmt die oberen Hautschichten und verhindert den Abtransport der körpereigenen Wärme. Die resultierende Temperaturerhöhung erweitert die Blutgefäße, was das Blut besser fließen lässt. Eine gesteigerte Durchblutung bedeutet gleichzeitig eine verbesserte Sauerstoffversorgung, die ihrerseits den Stoffwechsel anregt. Dies alles unterstützt das Immunsystem und wirkt somit entzündungshemmend, auch weil unter anderem Krankheitserreger schneller wegtransportiert werden können. In der Folge löst sich Nasensekret einfacher und der Druckschmerz auf Stirn- und Nasennebenhöhlen wird deutlich verringert.
Omas Hausmittel im Praxistest
Leider ist es so, dass umfassende wissenschaftliche Studien fehlen, die die Wirksamkeit von Infrarot bei Nasennebenhöhlenentzündung belegen könnten. Das medizinische Interesse an solchen Studien ist überschaubar, weil es sich bei Erkältungen und ihren Begleiterscheinungen nicht um lebensbedrohliche Erkrankungen oder Krankheiten handelt, die zu nachhaltigen Einschränkungen führen. Außerdem ist die Symptomatik dieser Erkrankungen oft sehr unterschiedlich, was standardisierte Studien zu Infrarot und Nasennebenhöhlenentzündung erschwert. Omas Hausmittel erfreut sich bei Ärzten demzufolge immer geringerer Beliebtheit. Demgegenüber steht jedoch die Tatsache, dass viele Patienten bei Infrarot-Behandlung eine Besserung verspüren, besonders wenn es um die Linderung der Schmerzsymptome geht, die mit einer Nasennebenhöhlenentzündung einhergehen.
Was spricht für Infrarot bei Nasennebenhöhlenentzündung?
Eine Behandlung mit Infrarot wird gern bei chronischen Entzündungen eingesetzt, die häufig mit Schmerzen verbunden sind. Wenn die Nasennebenhöhlenentzündung länger anhält und droht, chronisch zu werden, oder wenn sie häufig wiederkehrt, dann ist eine Infrarot-Therapie als unterstützende Maßnahme sicherlich eine Überlegung wert. Um sicherzugehen, solltest Du das aber mit Deinem Arzt besprechen. Auch ist eine Infrarot-Behandlung wahrscheinlich nicht das allein seligmachende Mittel. Dein Arzt wird andere begleitende Therapieformen auch in Betracht ziehen. Er wird Dir auch von einer Behandlung abraten, wenn bei Dir beispielsweise folgende Kontraindikationen vorliegen:
- Fieber und andere akute Entzündungen
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Thrombosen
- Diabetes
Infrarottherapie bei Nasennebenhöhlenentzündung: Verhaltenstipps
Infrarotstrahlung ist unsichtbar, das heißt mit bloßem Auge ist die Intensität der Wärmestrahlung nicht einzuschätzen. Es kann zu Schäden an der Netzhaut oder Verbrennungen der Haut kommen, wenn Du eine Infrarotlampe unsachgemäß verwendest. Beachte deshalb ein paar Sicherheitshinweise.
- Verwende nur eine Lampe, deren Sicherheit überprüft wurde (DIN-Nummer).
- Setze Dich in genügend großem Abstand vor die Infrarotlampe. Folge am besten der Empfehlung in der Bedienungsanleitung, aber mindestens 20 cm sollten es schon sein.
- Schließe die Augen, während Du Deine Nasennebenhöhlen bestrahlst. Noch besser ist es, eine Augenmaske aufzusetzen.
- Eine kurze Behandlung reicht. Eine Viertelstunde pro Sitzung sollte nicht überschritten werden.
Infrarot bei Nasennebenhöhlenentzündung: Abwägen hilft
Es stimmt, dass fundierte wissenschaftliche Belege zur Wirksamkeit einer Infrarottherapie bei Nasennebenhöhlenentzündungen fehlen. Das heißt aber nicht unbedingt, dass Omas Hausmittel gänzlich wirkungslos ist. Wenn Du das Gefühl hast, dass die wärmende Strahlung Deine Beschwerden lindert, dann spricht erst einmal nichts gegen den Einsatz der Infrarotlampe. Nur wenn bei Dir einige der genannten Kontraindikationen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Probleme oder Fieber vorliegen, dann solltest Du von einer Infrarotbehandlung absehen. Eine Abklärung mit Deinem Arzt solltest Du ohnehin vornehmen.
