Ob Infrarot bei Entzündungen hilft, ist eine Frage, die sich pauschal nicht beantworten lässt. Denn das Feld der Entzündungen ist ein weites Gebiet. Wenn Du über eine Entzündung klagst, dann kann das eine Erkältung sein, eine Magenschleimhautentzündung, eine Gelenkentzündung oder noch ganz etwas anderes. Und dass sich alle Entzündungen mit einer einheitlichen Methode wie Infrarot behandeln lassen können, das mutet dann doch etwas unwahrscheinlich an. In diesem Beitrag versuchen wir, die Thematik etwas zu ordnen und sagen Dir, bei welchen Entzündungen Infrarot eine sinnvolle Therapiemethode sein kann.
Was ist eine Entzündung?
Eine Entzündung ist zunächst einmal eine Schutzreaktion des Körpers, um sich gegen bestimmte Reize zur Wehr zu setzen. Entzündungen können die Folge einer Keimbelastung (Viren, Bakterien), einer Belastung mit Allergenen oder Giften (z.B. Wespenstich), mechanischen Reizen (Überbelastung von Gelenken) oder Verletzungen (Schnittwunden, Brüche, Verbrennungen) sein und grundsätzlich alle Körperbereiche betreffen. Mediziner unterscheiden Entzündungen anhand der Flüssigkeit, die sich in und um das betroffene Gewebe bildet:
- Seröse Entzündung: Die Flüssigkeit ist eiweißhaltig.
- Fibrinöse Entzündung: Die Flüssigkeit enthält Blutplasma.
- Eitrige Entzündung: Eiter entsteht durch die sogenannte Einschmelzung des Gewebes. Es handelt sich um ein biologisches Abbauprodukt, das aus einer Mischung von weißen Blutkörperchen (Leukozyten), etwas Serum und zersetztem Gewebe besteht.

Was läuft bei einer Entzündung ab?
Eine normale Entzündung verläuft relativ schnell und in definierten Stadien. Das Gewebe wird von den schädigenden Stoffen befreit, die Erreger werden vernichtet, ihre Ausbreitung wird verhindert und zum Schluss wird das betroffene Gewebe wieder repariert. Zu Beginn handelt es sich um eine akute Entzündung, die sich meistens auch ohne medizinische Behandlung in der Regel nach zwei Wochen erledigt hat. Schwellungen, Rötungen und Hitze sind Anzeichen dafür, dass sich der Körper gegen den Infekt wehrt. Wenn der Heilungsmechanismus jedoch degeneriert, dann kann aus einer akuten Entzündung eine chronische Entzündung werden – und hier kommt Infrarot ins Spiel.
Infrarot bei akuten oder chronischen Entzündungen?
Infrarot steht für eine Wärmebehandlung und Wärme ist durchaus ein Faktor, bei dem sich der eine oder andere Erreger auch wohlfühlt. Es besteht also zu befürchten, dass sich bei der Infrarot-Behandlung einer akuten Entzündung der Entzündungsherd vergrößert und ausbreitet. Auf der anderen Seite besteht die Abwehrreaktion des Körpers selbst in einer Erwärmung des Gewebes. Durch Wärme kommt es zu einer Erweiterung der Blutgefäße, einer verbesserten Durchblutung und damit auch einer besseren Sauerstoffversorgung. Durch mehr Sauerstoff wird der Stoffwechsel angeregt, was wiederum förderlich für das Immunsystem ist und damit entzündungshemmend wirkt. Außerdem lassen sich Krankheitserreger rascher abtransportieren. Was folgt daraus?
- Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass Du das Immunsystem bei einer akuten Entzündung erst einmal seinen Job machen lassen solltest. Infrarot sollte hier (noch) nicht eingesetzt werden.
- Gerade bei eitrigen Entzündungen ist Infrarot kontraproduktiv.
- Bei chronischen Entzündungen mit Schmerzen ist die durchblutungsfördernde Wirkung von Infrarot nicht nur entzündungshemmend, sondern auch schmerzlindernd.
- Bei harmlosen Entzündungen wie einfachen Erkältungen ist eine heilende Wirkung von Infrarot nicht nachgewiesen. Aber die gefühlte Linderung bei vielen Patienten, wenn der Druckschmerz schwindet, ist ein nicht zu vernachlässigender Effekt.
Kontraindikationen von Infrarot bei chronischen Entzündungen
Auch bei chronischen Entzündungen gibt es Begleitumstände, die den Einsatz von Infrarot eigentlich verbieten. Dazu gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Thrombosen, Diabetes und Fieber. Außerdem sollte Infrarot nicht bei Säuglingen und Kindern bis zu zwei Jahren zur Anwendung kommen. Am besten ist es ohnehin, den Einsatz einer Infrarotlampe bei Entzündungen mit Deinem Arzt zu besprechen. Er wird dann auch festlegen, welche anderen Begleitmaßnahmen (entzündungshemmende Medikamente, etc.) notwendig sind.
Infrarot bei chronischen Entzündungen: So geht’s
Wenn Du also eine chronische Entzündung hast, beispielsweise eine Gelenkentzündung, die mit Schmerzen einhergeht, dann kannst Du Dich vor eine Infrarotlampe oder in eine Infrarotkabine setzen. Dabei solltest Du aber ein paar Dinge beachten:
- Verwende eine sicherheitsgeprüfte Lampe mit DIN-Nummer.
- Positioniere das entzündete Körperteil oder die schmerzende Region vor die Lampe.
- Halte ausreichend Abstand, mindestens 20 cm, beziehungsweise folge den Anweisungen in der Bedienungsanleitung.
- Führe die Behandlung mit geschlossenen Augen durch oder setze eine Augenmaske auf.
- Eine Viertelstunde bis 20 Minuten Behandlungsdauer pro Sitzung ist ausreichend.
Infrarot kann bei Entzündungen helfen, aber nicht immer
Dieser Ratgeber ersetzt keine medizinische Beratung. Die Art der Entzündung und die Begleitumstände sind entscheidend, ob eine Infrarot-Therapie sinnvoll ist. Daher fassen wir hier noch einmal die wichtigsten Erkenntnisse zusammen:
- Infrarot kann bei chronischen, mit Schmerzen begleiteten Entzündungen hilfreich sein.
- Bei akuten Entzündungen ist Infrarot nicht zu empfehlen.
- Kläre am besten mit Deinem Arzt, welche Art von Entzündung bei Dir vorliegt, ob Kontraindikationen vorliegen und ob Infrarot eine sinnvolle Alternative ist.
- Beachte bei der Durchführung der Infrarot-Therapie die notwendigen Sicherheitshinweise.
