Wobei hilft Infrarot?

Infrarot hilft in der Technik bei der Werkstoffbearbeitung, bei der drahtlosen Kommunikation oder beim Heizen. Aber selbstverständlich ist die Frage, wobei Infrarot hilft, ganz besonders auf seine Rolle in der therapeutischen Medizin gemünzt. Wir geben Dir in diesem Beitrag einen Überblick, wie Infrarot hilft und bei welchen Beschwerden eine Wirkung erzielt werden kann, wobei wir aber auch kritische Betrachtungen nicht außen vor lassen.

 

Welche Strahlung wird eingesetzt?

Infrarotstrahlung, die auf menschliches Gewebe trifft, versetzt Moleküle in Schwingung und führt zu einer Erwärmung des Gewebes. Dabei ist es auch entscheidend, wie tief die Strahlung eindringt, um in der Haut oder noch tiefer ihre Wirkung zu entfalten. Für die medizinischen Anwendungen wird das nahe Infrarot noch einmal in zwei Bereiche unterteilt – Infrarot A und B – und das mittlere sowie ferne Infrarot zum Infrarot C zusammengefasst:

  • IR-A: 780 bis 1400 Nanometer (0,78 bis 1,4 Mikrometer)
  • IR-B: 1,4 bis 3 Mikrometer
  • IR-C: 3 Mikrometer bis 1 Millimeter

IR-A kann bis zu 5 mm tief in das Gewebe eindringen und bis in die Unterhaut gelangen. IR-B und IR-C werden vornehmlich in der Epidermis absorbiert, also in der oberen Hautschicht. Die dort entstehende Wärme kann aber durch Wärmeleitung in tiefere Bereiche weitertransportiert werden.

 

wobei hilft Infrarot

 

So hilft Infrarot in der Theorie

Die Erwärmung der Hautschichten durch den Einsatz von Infrarot-Strahlung verhindert unter anderem auch einen Abtransport von Wärme nach außen. Der insgesamt resultierende Temperaturanstieg weitet die Blutgefäße und fördert die Durchblutung. Dadurch wird der Sauerstofftransport angekurbelt und es werden Stoffwechselprozesse in Gang gesetzt. Außerdem können Krankheitserreger besser abtransportiert werden. Daraus ergeben sich mehrere Wirkmechanismen, die den Einsatz von Infrarot bei unterschiedlichsten Beschwerden sinnvoll erscheinen lassen.

 

Wobei hilft Infrarot im Einzelnen?

Die oben beschriebenen Effekte haben mehrere grundsätzliche Auswirkungen:

  • Die Infrarotstrahlung ist entzündungshemmend, weil beispielsweise Keime schneller abtransportiert werden. Das macht die Infrarot-Therapie für Erkältungen, Mittelohrentzündungen, Autoimmunerkrankungen oder auch Wundheilungsstörungen interessant.
  • Die Infrarotstrahlung weitet die Blutgefäße, die beispielsweise bei Verspannungen und Muskelschmerzen zusammengedrückt wurden. Dadurch löst sie die Verspannungen und lindert damit verbundene Rückenschmerzen.
  • Die bessere Durchblutung kurbelt den Stoffwechsel an und fördert damit regenerative Prozesse. Auch hier sind Wundheilungsstörungen ein mögliches Anwendungsfeld, aber auch schmerzhafte degenerative Erkrankungen wie Arthrose, wo die Rückkbildung von Knorpel verzögert werden kann.

 

Im Zweifel den Arzt fragen

Wobei Infrarot hilft, solltest Du aber dennoch im Zweifel mit Deinem Arzt besprechen. In manchen Fällen kann auch eine Kältetherapie, also das Gegenteil von Infrarotstrahlung, hilfreich sein. Außerdem gibt es eindeutige Kontraindikationen, beispielsweise, wenn Du unter hohem Fieber leidest. Es ist leider auch so, dass es kaum wissenschaftliche Studien gibt, die die Wirksamkeit von Infrarot belegen. Es gibt aber auch keine Studien, die dagegen sprechen. Das – theoretische – Potenzial, wobei Infrarot hilft oder helfen kann, ist weithin anerkannt. Klinische Studien werden lieber mit Medikamenten für ernsthaftere Krankheiten durchgeführt. Infrarot wird gern bei weniger ernsthaften Beschwerden eingesetzt, die nicht als lebensbedrohlich gelten. Wobei Infrarot im Detail hilft, lässt sich nicht genau sagen, aber schaden tut es auch nicht, wenn es vernünftig eingesetzt wird. Und manchmal ist ja auch die gefühlte Besserung eine Besserung.

 

Worauf geachtet werden muss

Die erhöhte Temperatur kann negative Auswirkungen haben. Kritische Grenzen sollten nicht überschritten werden. Wenn Du Dich zu nah oder zu lange vor eine Infrarotlampe setzt, dann kann es im schlimmsten Fall zu Verbrennungen kommen oder der Wärmehaushalt Deines Körpers wird gestört. Da die Augen bei thermischen Gegebenheiten besonders empfindlich sind, sollte eine Schutzbrille getragen werden. Vergiss nicht, Infrarot ist unsichtbar und kann leicht unterschätzt werden. Daher gelten folgende Regeln, die Du auch in jeder Gebrauchsanleitung von seriösen Infrarotlampen-Herstellern nachlesen kannst.

  • Die Anwendungsdauer sollte 10 bis 15 Minuten nicht überschreiten.
  • Der vorgeschriebene Abstand ist einzuhalten (üblicherweise ca. 30 cm).
  • Augenschutz sollte verwendet werden.

Unbedingt solltest Du Rücksprache mit Deinem Arzt halten, wenn Du Dich in eine Infrarot-Kabine setzt. Hier kommt eine Kombination von IR-A, IR-B und IR-C Strahlung, deren Wirkung von Laien schwer abzuschätzen ist. Besonders bei Herz-Kreislauf-Problemen ist von solchen Therapien abzuraten.

 

Infrarot hilft, sollte aber mit Augenmaß angewendet werden

Wir konnten viele Beschwerden aufzählen, wobei Infrarot hilft. Dazu zählen so unterschiedliche Beschwerden wie Erkältungen, Wundheilungsstörungen, Verspannungen, Ischiasbeschwerden, Arthrose und Entzündungen. Aber die Therapie sollte immer mit Bedacht angewendet werden und vor allem sollte auf die üblichen Schutzmaßnahmen geachtet werden, die übrigens ohne großen Aufwand einzuhalten sind. Bei bestimmten Indikationen wie Fieber oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollte von Infrarot-Therapie Abstand genommen werden.